Patenschaft für Waldorfschule in Kasachstan
Im Jahr 1996 übernahm unsere Schule die Patenschaft für eine neu gegründete Waldorfschule in Ust-Kamenogorsk / Kasachstan. Dieser Auftrag umfasste eine pädagogische Beratung vor Ort, eine Hilfestellung in geisteswissenschaftlicher Arbeit, eine Betreuung der, Jahr für Jahr im Waldorflehrer-Seminar in Stuttgart studierenden jungen Kollegen, die Ausstattung der jeweils ersten Klasse mit Stiften, Farben und Flöten und auch, sofern möglich, Planung und Finanzhilfe bei der Umgestaltung eines ehemaligen Kindergartens in ein funktionstüchtiges Schulhaus für eine Waldorfschule.
Diese Aufgaben wurden meinem Mann und mir von der Konferenz unserer Schule anvertraut. In den vergangenen 10 Jahren waren wir nun 6 mal vor Ort (jeweils 9 - 12 Wochen) um die erbetene Beratungshilfe zu leisten. Ich begleitete außerdem unsere Schüler mit Herrn Alt zusammen bei dem - jeweils weitgehend vom Goetheinstitut finanzierten - Schüleraustausch. Zusätzlich sandte unsere Schule weitere 4 Lehrer nach Kasachstan.
In dieser langen Zeit lernten wir natürlich die Schule, die in einem ehemalige Kindergarten Heimat gefunden hatte, sehr gut kennen und verstanden auch die Not der
fehlenden Unterrichtsräume. Zunächst konnten noch die Sanitär- und Nebenräume des Kindergartens zu weiteren
Klassenräumen umgebaut werden.
Jedoch nahm das Interesse der Bürger der Stadt an dieser Schule so zu, dass bald die Klassen voll und für die großen Schüler dann auch zu klein waren. Jetzt ist die Schule mit 11 Klassen und 240 Schülern ausgebaut. (Die Prüfungen zum Übertritt in Fachschulen bzw. Hochschulen
werden dort in der 9. bzw. 11. Klasse abgelegt.) Um in dieser Situation helfen zu können, organisierten wir
2 Spendenaufrufe an unserer Schule, baten die Freunde der Erziehungskunst und verschiedene Stiftungen um Hilfe und so konnte in den letzten 3 Jahren ein Gebäudeaufbau mit 4 Klassen und einem kleinen Saal verwirklicht werden. Das Bauvorhaben ist nun fertiggestellt, in den neuen Räumen wird unterrichtet. Aber: noch hat die Schule 27.000.- Euro Schulden. Das ist für unsere Verhältnisse nicht so viel. Dort ist es aber doch eine große
Summe. Wenn nun weiterhin von Göppingen finanzielle Hilfe fließen kann, wird dies von den Kollegen und Eltern in Ust-Kamenogorsk sehr dankbar aufgenommen.
Inge Bader (Betreuungslehrerin für Kasachstan)
